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Metal trifft auf Gemütlichkeit – Rockavaria 2016

Zu harten Tönen entspannen - beim Rockavaria läufts! (Photo: Christine Scharl / Festivalrocker)

38.000 Besucher fanden am vergangenen Wochenende den Weg ins Olympiazentrum München, um bei der zweiten Ausgabe des Rockavaria Festivals dabei zu sein. Mit Künstlern wie Iron Maiden, Iggy Pop, Nightwish, Slayer und Sabaton durften sich vor allem Metalfans auf drei Tage Livemusik freuen. Wir waren für euch dabei.

Festivalcrowds lassen sich nicht in Schubladen packen. Mag man bei einem Festival wie Rockavaria denken, dass der Großteil des Publikums aus pogenden Männern besteht, so liegt man zwar nicht komplett falsch, aber man trifft damit auch nur die Spitze des Eisbergs. Dunkle Kleidung, Jeansjacken mit Aufnähern, lange fliegende Haare, ein Mix aus Jung und Alt, Rock-Girls neben Metalheads – die Crowd des Rockavaria besticht mit einer bunten Mischung, in der sich jeder wohl fühlen kann. Dafür sorgte besonders die entspannte, friedliche Stimmung. Der Olympiasee, die grünen Wiesen rund herum und das Olympiastadion mit seinen Rängen sorgten für eine Atmosphäre, die an Gemütlichkeit grenzte mitten im urbanen Flair Münchens.

Blick auf die in diesem Jahr neu bespielte Seebühne: Die Massen sitzen zusammen, nur vereinzelt zeigen sich tanzende Menschen. Im Olympiastadion hingegen ziehen die Headliner die Besucher in die vorderen Wellenbrecher – Pogo? Aber bitte doch! Doch auch die Sitzränge zeigten sich gut gefüllt, denn der Fokus lag beim Rockavaria auf der Musik. Wer die große Party gesucht hat, wurde hier nicht fündig, hat dafür aber einen Einblick bekommen, wie ein Festival auch sein kann. Keine drängenden Massen, sondern Musikliebhaber neben Leuten auf der Suche nach einem entspannten Wochenende, das auch ganz ohne Camping funktioniert. Dieses ist im Olympiazentrum nämlich nicht möglich. Keine endlosen Reihen von Zelten, keine Flunkyball-Matches, keine Grillgerüche, eine geduschte Crowd, kann ein Festival ohne Zeltplatzparty funktionieren? Das Rockavaria zeigt, dass das keine Utopie ist.

Organisatorisch hat sich seit der Premiere einiges getan. Die Seebühne gab in idyllischer Kulisse weniger bekannten Bands eine Chance und bot mit kurzer Entfernung zu den Verpflegungsständen die ideale Gelegenheit zum Durchatmen. Die Olympiahalle wurde nicht mehr bespielt, so dass Problemen wegen Überfüllung gekonnt aus dem Weg gegangen wurde. Im Olympiastadion fand sich die Doppelbühne, die abwechselnd bespielt wurde. Kurze Laufwege, ein Wechsel von einer Bühne zur anderen in zwei Minuten, laufendes Programm, auch wenn man gerade auf den nächsten Act wartet. Verbesserungen, die sich begrüßen lassen, auch wenn noch Luft nach oben besteht. So fehlte eine Beschilderung, die den Weg zu den Bühnen oder zu den Haltestationen der U-Bahn zeigte, komplett. Für Nicht-Münchner ergaben sich somit zwei Optionen: den Massen folgen oder den Lageplan als treuen Begleiter akzeptieren. Wer suchet, der findet.

Das Resümee der Veranstalter gestaltet sich durchweg positiv. Das Rockavaria habe sich nun endgültig als ernstzunehmende Größe in der Open-Air-Szene etabliert. Man arbeite bereits jetzt an den Planungen für das Rockavaria 2017.