Schluss nach fast 30 Jahren: Highfield Festival findet 2026 zum letzten Mal statt

Nach fast 30 Jahren wird das Highfield Festival im August 2026 zum letzten Mal stattfinden. Dabei gehörte das Event am Störmthaler See bei Leipzig zu den schönsten Open Airs Deutschlands. Das Highfield reiht sich damit zu den Musikfestivals, die infolge des Kostendrucks nicht mehr aufgestellt werden können.

Wir erinnern uns, als wäre es gestern gewesen, und vielleicht hätten wir auch lieber gar nicht nachsehen sollen, wie lange unser erster Bericht vom Highfield Festival auf diesem Blog tatsächlich her ist. Es war der August 2011. Auf den Bühnen spielten Foo Fighters, 30 Seconds To Mars, SEEED, Rise Against, The National, Interpol, Panic At The Disco, Deftones, The Kooks und viele mehr.

25.000 Fans reisten damals im Regen an und feierten im Sonnenschein – die einen vor den Bühnen, die anderen am Badestrand, der Rest am Zeltplatz. Nicht wenige beschlossen noch vor der Abreise den Besuch im nächsten Jahr.

So ging das Jahr für Jahr – jedenfalls bis die Covid-Pandemie kam. Das Line-up aus dem Jahr 2011 war keine Ausnahmeerscheinung. Bis 2019 standen Acts wie Blink 182, Billy Talent, Placebo, Queens Of The Stone Age oder Limp Bizkit ebenfalls auf dem Programm. Gepaart wurden die internationalen mit nationalen Top-Acts, darunter Die Ärzte, Die Toten Hosen, Kraftklub, K.I.Z., AnnenMayKantereit, Casper, Deichkind oder Rammstein in 2016.

Das perfekte „mittelgroße“ Festival

Das Highfield war alles, was die großen Megafestivals waren, nur in kleiner und entspannter: maximal 35.000 statt 90.000 Besucher*innen; bis zu 50 statt 100 Bands an drei Tagen; Stimmung immer 150 Prozent. Es war das perfekte „mittelgroße“ Festival für jede*n. Lieblingsbands, kurze Laufwege und See quasi hinter den Bühnen inklusive. Die Festivalpässe haben so viel gekostet wie heute ein bis zwei Konzerte der Acts.

Hohe Kosten zwingen Festivals in die Knie

Nun soll das hier nicht zu so einem Text darüber ausarten, was früher alles einmal war. Und doch zeigt der Rückblick, was heute schlichtweg unmöglich geworden ist. Das Highfield hatte sich in den letzten Jahren schon auf nationale Künstlerinnen und Künstler fokussiert. Acts der Größenordnung aus der Vergangenheit können nur noch die Festivalriesen anbieten, wobei auch die zu kämpfen haben.

Die Kosten sind an allen Ecken und Kanten gestiegen. Das spüren Veranstalter, die Künstlergagen und Produktionskosten nicht mehr wirtschaftlich tragen können. Das spüren Fans, die sich den Festivalbesuch immer weniger leisten können. Jene, die es können, gehen zu den Großevents. Jene, die es nicht können, gehen oft gar nicht mehr.

Kleine und neue Festivals waren schon immer ein Wagnis. Die etablierten, mittleren Festivals werden immer weniger. Dabei erwischt es mit dem Highfield nun ein Festival, hinter dem immerhin Großveranstalter FKP Scorpio steckt. Doch auch hier musste die Entscheidung getroffen werden: „Um ein Festival in dieser Qualität und Größe zu veranstalten, braucht es heute mehr als Leidenschaft allein“, heißt es.

Zukunft ungewiss: Highfield bittet zum „letzten Tanz“

Das Highfield hat Emotionen und Erinnerungen geschaffen, die uns ewig Freude bereiten werden. Das Festival war „ein Stück Sommer, auf das man sich verlassen konnte. Wir haben zusammen gelacht, getanzt, gefeiert, gefroren, geschwitzt, im Regen ausgeharrt und in der Sonne gebadet“, um es in den Abschiedsworten des Veranstalters auszudrücken. Diese Momente wird den Fans niemand nehmen.

Ob und wie es am Störmthaler See weitergeht, ist ungewiss. Fürs Erste geht eine Ära zu Ende. Das Highfield legt 2027 „eine kreative Pause“ ein und widmet sich neben vielen anderen in der Branche der Frage, wie ein Festival unter den veränderten Bedingungen gut ausgerichtet werden kann.

Vom 13. bis 16. August 2026 lädt das Highfield deshalb zum „One Last Dance“ ein. Es wird die vorerst letzte Ausgabe. Mit dabei sind Kraftklub, Marteria, SDP, BHZ, Beatsteaks, Feine Sahne Fischfilet und viele mehr. Weitere Infos: highfield.de.